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Friedenshoffnung gegen neue Krisen — Die trügerische Ordnung nach dem Kalten Krieg.txt – Archiv_
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Friedenshoffnung gegen neue Krisen — Die trügerische Ordnung nach dem Kalten Krieg

Sonstiges · Ausgangslage 1996

Wer 1996 auf die Weltkarte blickte, konnte gute Gründe für Optimismus finden — und übersah dabei leicht die Saat künftiger Konflikte. Das [[Dayton-Abkommen]] hielt, die [[IFOR-Friedenstruppe]] befriedete Bosnien und ermöglichte Wahlen, der Rücktritt Karadžićs schien die Logik der Versöhnung durchzusetzen. In Rußland gewann mit Boris Jelzin der Demokrat gegen den Kommunisten, der Erste Tschetschenienkrieg endete durch Lebeds Vermittlung. Doch dieselbe Welt produzierte 1996 ihre nächsten Krisen: Am 27. September eroberten die Taliban Kabul, im Nahen Osten brachte eine Hamas-Anschlagsserie den Hardliner Netanjahu an die Macht, und in der Dritten Taiwankrise rasselten Washington und Peking mit den Säbeln. Die Einsicht: 1996 war kein Jahr stabiler Ordnung, sondern eines fragilen Gleichgewichts, in dem alte Konflikte gelöst und neue gelegt wurden. Die deutsche Beteiligung an IFOR markiert dabei einen tiefen Bruch — die Bundeswehr überschritt die Schwelle zum bewaffneten Auslandseinsatz, ein Bruch mit der außenpolitischen Zurückhaltung der Bonner Republik, der die spätere Berliner Republik vorzeichnet.

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